Obwohl der Anteil von Frauen unter den Hochschulabsolventen in den letzten Jahren stetig zugenommen hat, sind Wissenschaftlerinnen auf den anschließenden akademischen Qualifikationsstufen immer noch unterrepräsentiert. Im Hinblick auf die Sicherung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Hochschulen spielen Profilbildung, Qualitätssicherung und Nachwuchsförderung eine strategisch entscheidende Rolle. Der Wettkampf um das "Kapital der Köpfe" wird sich im Zuge des demografischen Wandels verschärfen - gleichzeitig ist im laufenden Generationenwechsel rund die Hälfte der Professuren neu zu besetzen. Die Hochschulrektorenkonferenz, der Wissenschaftsrat sowie die Bildungsministerinnen und -minister auf EU-Ebene haben wiederholt die außerordentliche Bedeutung einer verbesserten Nachwuchsförderung hervorgehoben. In den kommenden Jahren ist es somit eine zentrale Herausforderung für die Hochschulen, ungenutzte Begabungsressourcen und neue Konzepte für eine optimale Ausbildung zu erschließen.
Im Zuge der umfassenden Reformprozesse verändert sich gleichzeitig das Anforderungsprofil für Professuren. Neben hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen sind Führungsqualitäten, hochschul- und wissenschaftspolitisches Engagement sowie strategische Kompetenzen erforderlich. In diesem Zusammenhang kommt Mentoring einem Entwicklungsbedarf nach, der im Rahmen universitätsinterner Personalentwicklung zu leisten ist. Mentoring ist in besonderem Maße dafür geeignet, neben methodischen Qualifikationen die Selbstkompetenzen zu entwickeln und zu stärken. Es leistet als Personalentwicklungsmaßnahme somit einen wichtigen Beitrag zur Qualifizierung des (weiblichen) wissenschaftlichen Nachwuchses.